Von der Idee zur Serie

Seit 60 Jahren steht Cicor für technisches Know-how und unternehmerischen Pioniergeist. Aus den Anfängen als Leiterplattenhersteller ist eine international tätige Technologiegruppe mit einem standortübergreifenden Engineering-Netzwerk entstanden. Heute begleitet Cicor Kunden von der ersten Produktidee bis zur Indu­strialisierung und Serienfertigung.

«Mal arbeiten wir tief in Bits und Bytes, kurz darauf diskutieren wir Risiken, Kosten oder neue Produktfeatures mit dem Kunden.»

Lukas Gasser, Softwareentwickler, Standort Bronschhofen

Auf Lukas Gassers Bildschirm ist der Programmcode einer kundenspezifischen Anwendung zu sehen. Daneben steht ein unscheinbares Gerät mit Sensoren, das die Umgebungsluft analysiert. Seine Aufgabe: frühzeitig erkennen, ob korrosive Stoffe in der Luft empfindliche Elektronik angreifen könnten – etwa in Rechenzentren oder überall dort, wo Klimaanlagen, Kühlsysteme oder chemische Filter die Luft verändern. Das Gerät wird bereits in Serie hergestellt. Lukas arbeitet daran, seine Funktionen weiterzuentwickeln und die langfristige Zuverlässigkeit sicherzustellen.

Für den Softwareentwickler aus dem Schweizer Cicor-Standort Bronschhofen gehört der Blick in die Zukunft zum Alltag. Während er Funktionen programmiert und testet, denkt er bereits an all das, was erst Monate später relevant wird: Welche Risiken müssen ausgeschlossen werden? Welche Anforderungen gelten für Zulassungen? Und wie müssen Hard- und Software zusammenspielen, damit das Gerät zuverlässig geprüft, wirtschaftlich gefertigt und langfristig gewartet werden kann? Genau diese Denkweise prägt das Engineering-Team von Cicor. Entwicklung heisst hier, den Blick auf den gesamten Lebenszyklus eines Produkts zu richten.

Höchste Anforderungen erfüllen
An den Cicor-Standorten in der Schweiz, Schweden, Frankreich und Rumänien entwickeln Spezialistinnen und Spezialisten Hard- und Software, Mechanik sowie komplette elektronische Systeme. Ergänzt wird das internationale Engineering-Netzwerk durch Teams in Vietnam und Singapur, die ihre spezifischen Kompetenzen und Kapazitäten in gemeinsame Projekte einbringen. Gemeinsam arbeiten sie an Lösungen für die Medizintechnik, Industrie, sowie die Luft-/Raumfahrt und Vertei­digung – an Produkten, die höchste Anforderungen in Sachen Sicherheit, Zuverlässigkeit und Miniaturisierung erfüllen müssen.

«Entwicklung und Industrialisierung greifen bei Cicor von Anfang an ineinander», sagt Andreas Thomann, Vice President Engineering. «Wir sprechen dabei von Simultaneous Engineering. Während wir ein Produkt entwickeln, konzipieren wir parallel auch Fertigungs-, und Prüfprozesse und berücksichtigen bereits die späteren Herstellkosten.»

Internationale Kompetenzen vereinen
Wie eng Entwicklung und Produktion miteinander verzahnt sind, zeigt sich auch an einem anderen Arbeitsplatz in Bronschhofen. Hardwareentwickler Lars Müggler arbeitet an der Weiterentwicklung eines kundenspezifischen Geräts für die Hörgeräteindustrie. Dabei analysiert er bestehende Funktionen und überführt sie in ein optimiertes, seriengerechtes Konzept. Jedes Detail wird analysiert, jede Funktion nachvollzogen. Oft profitieren die Teams dabei von Erfahrungen aus ganz anderen Branchen. Lösungen aus der Industrie finden ihren Weg in medizinische Geräte, Erkenntnisse aus Kommunikationssystemen helfen bei der Lösungsfindung in der Luft- und Raumfahrt.

Wie wertvoll dieser internationale Austausch ist, zeigt sich besonders bei Zukunftsthemen wie Cyber Security. Vernetzte Geräte müssen heute weit mehr können als zuverlässig funktionieren – sie müssen auch vor Angriffen geschützt sein. Deshalb arbeiten bei Cicor Spezialistinnen und Spezialisten aus mehreren Ländern in einer standortübergreifenden Expertengruppe zusammen. «Gerade beim Thema Cyber Security schätzen wir den Austausch mit den Kolleginnen und Kollegen aus anderen Standorten sehr», sagt Christian Anton, Managing Director von Cicor MedTech in Bukarest. Sein Team ist 2024 zu Cicor gestossen und bringt grosses Spezialwissen im Bereich miniaturisierter Medizinprodukte ein, beispielsweise Wearables und Implantate.

Direkter Austausch mit Kunden
Das geballte Know-how des Engineering-Teams von Cicor kommt direkt bei der Kundschaft an – aus einem einfachen Grund: Bei Cicor sind viele Entwickler gleichzeitig System Engineers. Sie entwerfen gemeinsam mit Kolleginnen und Kollegen Konzepte und Schaltungen, schreiben Software oder entwickeln mechanische Lösungen. Darüber hinaus bringen sie ihr Fachwissen direkt in Kundengespräche und technische Entscheidungen ein. Unterstützt werden sie dabei von Projektleitern, die Termine, Kosten und Zusammenarbeit koordinieren. «Wir wechseln ständig zwischen den technischen Details und der Flughöhe der Kundenkommunikation», beschreibt Softwareentwickler Lukas seinen Alltag. «Mal arbeiten wir tief in Bits und Bytes, kurz darauf diskutieren wir Risiken, Kosten oder neue Produktfeatures mit dem Kunden.» Diese Nähe schafft kurze Wege – und sorgt dafür, dass technisches Wissen genau dort verfügbar ist, wo Entscheidungen getroffen werden. Damit steht das Engineeringteam exemplarisch für das, was Cicor seit 60 Jahren auszeichnet: Ideen gemeinsam mit Kunden in zuverlässige Serienprodukte zu überführen.